2014/15

Die Abwärtsspirale

Es gibt kein richtiges Fanleben im Falschen. Dementsprechend war eine Dauerkarte im Niedersachsenstadion für mich keine Option mehr. Nur ein paar nette Auswärtsfahrten zog ich in Erwägung und ansonsten war Amateurfußball (aktiv und passiv) das Gebot der Stunde. Dem wollte ich mich noch häufiger als eh schon widmen und Amateurfußball im weitesten Sinne gab es auch unter dem Dach von Hannover 96. Die 2.Mannschaft, nominell zwar zu Kinds KGaA zugehörig, aber eben doch eine ganz andere Welt als die Bundesliga, wurde zum Refugium der UH und anderer Aussteiger. Die Ultras hatten vorerst auch fertig mit dem Premiumprodukt Hannover 96 in der Bundesliga. Die Forderung „Ultras raus“ war also erhört worden. Mögen die Fordernden nun hoffentlich wieder mehr Freude im Niedersachsenstadion haben. Diese Fraktion, sowie Kind und Entourage waren sich sicher, dass Scharen von Fans bereitstehen, um die Lücke zu füllen. Zum Saisonende 2013/14 war das nur noch nicht möglich, weil die Ultras ja noch da waren und mit „Kind muss weg“ Provokationen die Stimmung vergifteten. Wir waren alle gespannt wie es nun weitergehen würde.

Auch beliebtes Sommervergnügen: der Antira Cup
Beliebtes Sommervergnügen: der Antira Cup

Auch ohne Dauerkarte würde ich sicher mal, z.B. berufsbedingt, ins Niedersachsenstadion gehen. Soviel Voyeurismus steckt dann schon in mir, dass ich die neue Fankultur mal live sehen muss. Und ansonsten hatten alle Verzichter aus der aktiven Szene weiterhin Augen und Ohren im Stadion. Gab schließlich noch genug Einzelpersonen und sogar Gruppen wie das Komplott Hannovera, die sich aus verschiedensten, aber nachvollziehbaren Gründen dafür entschieden weiterhin im Niedersachsenstadion präsent zu sein. Für viele andere wurde nun ein kleines Stadion an der Beeke in Ricklingen das samstägliche Ziel. Und auswärts hieß es Oldenburg, Meppen und Norderstedt statt Frankfurt, Mainz und Stuttgart.

Hannover & AIK

Saisonvorbereitungsspiele sah ich nur von besagter 2.Mannschaft live und das Highlight des Sommers, neben den bekannten Fußballfanturnieren Antira-Cup und UH-Turnier, war eine Bustour aus Hannover zu unseren Freunden von AIK (Pflichtspiel in Falkenberg an der schwedischen Westküste, Tourbericht hier nachzulesen). Die ungesehenen Tests der Profis waren ergebnistechnisch durchwachsen. Zum Ende der Vorbereitung wurden allerdings Werder Bremen (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) und SS Lazio geschlagen. Letzteres Spiel fand im Niedersachsenstadion statt und zog auf Gästeseite einige Deutsche aus den Szenen von Lok Leipzig und dem BFC Dynamo an. Diese sollen laut AK „96-Fans gegen Rassismus“ durch antisemitische Hetzparolen und römische Grüße (dem Hitlergruß zum Verwechseln ähnlich) aufgefallen sein. Und ferner führte der AK aus, dass auch auf der Nord- und Westtribüne von 96-Fans rassistische Parolen geschrien wurden und die Polizei ermitteln würde. Lazio war natürlich ein denkbar ungünstiger Gegner für ein Familienfest zur Saisoneröffnung. Gleichwohl lobte Martin Kind die Atmosphäre, denn er habe im Nord-Oberrang zu Zeiten der UH „immer eine aggressive Stimmung gespürt, gegen Lazio wirkte sie eher fröhlich. Wenn sich das so entwickelt, sind wir zufrieden“.

Entwicklung gab es auch auf dem Transfermarkt, nachdem zunächst nur ein Trio Perspektivspieler von Korkuts ehemaligem Arbeitgeber TSG Hoffenheim angeheuert hatte (Karaman, Thesker und Hirsch). Mame Diouf wechselte ablösefrei zu Stoke City und wurde durch Joselu ersetzt, der in der Vorsaison für Eintracht Frankfurt auf Torejagd ging. Von Absteiger Nürnberg kam Hiroshi Kiyotake. Ein toller Spielmacher, der allerdings als Huszti-Ersatz auf Außen eingeplant war. Der topscorende Ungar, der sich zum Saisonende mit Trainer Korkut überworfen hatte, bekam die Freigabe für ein sehr lukratives Angebot aus China. Ebenso sagten Publikumsliebling Didi Ya Konan (Ittihad, Saudi-Arabien), Verteidiger Sebastien Pocognoli (West Brom), sowie die Leihspieler Rudnevs und Rajtoral, Adieu zu 96. Außerdem beendete unsere Legende Steven Cherundolo nach 300 Bundesligaeinsätzen für die Roten seine aktive Laufbahn. Dafür neu an Bord; der chilenische WM-Teilnehmer Miko Albornoz für die defensive Außenbahn und Robert Almer als neue Nr. 2 hinter unserem frisch gebackenen Weltmeister Ron-Robert Zieler. Ansonsten fiel Sportdirektor Dufner dadurch auf, dass er bei sich anbahnenden Transfers mehrfach „der Spieler will nur zu uns“ heraus posaunte, aber genau diese Spieler wie Nicolai Müller, Matthias Ostrzolek oder Stefan Aigner nicht zu 96 kamen. Stattdessen kamen spät noch die vertragslosen Ergänzungen Jimmy Briand, Ceyhun Gülselam und Marius Stankevicius.

Mit den Amas in Oldenburg

Unterdessen lief das UH-Projekt „Abriss bei der Zweiten“ gut an. Rund 800 Gäste reisten Ende Juli zum Saisonauftakt nach Oldenburg und zauberten formidable Stimmung ins Marschwegstadion. Die Spieler liefen mit eigens für diese Saison von den Ultras kreierten Amateure-Shirts auf, deren Motiv auch die Kapitänsbinde von Roman Prokoph zierte. Alle die hier dabei waren, spürten etwas, was bei den Profis lange nicht mehr vorhanden war: Uneingeschränkte Freude am Fußballerlebnis. Fortan sollten bei Heimspielen immer rund 1.500 Zuschauer das Beekestadion in Ricklingen bevölkern und mehrere Hundert Fans auswärts mit der 2.Mannschaft mitreisen. Da halfen auch kuriose Ansetzungen wie beim 2.Auswärtsspiel der Saison in Wolfsburg nicht (Montagmittag), die Zwote zog!

Montagmittag in WOB

Begleiter der Fans von der ersten runter zur zweiten Mannschaft wurde übrigens Salif Sané. Der hochtalentierte Nationalspieler des Senegals wurde den disziplinarischen Ansprüchen von Trainer Tayfun Korkut nicht gerecht. Korkut hatte klare Vorstellungen wie eine professionelle Berufseinstellung auszusehen hat. Neben Sané können auch Huszti und Zeugwart Mille Gorgas ein Lied davon singen. Für die 2.Mannschaft war der Senegalese jedenfalls ein Segen. Hier verhielt er sich tadellos, integrierte sich voll in die Mannschaft und machte qualitativ oft den Unterschied.

Amas angeführt von Salif Sané in Bremen

Mitte August begann die Saison auch für die Profis. Sie lösten die Pflichtaufgabe im DFB-Pokal namens Astoria Walldorf glanzlos und hatten zum Bundesligaauftakt wieder mal Schalke 04 zu Gast, die etwas überraschend 2:1 geschlagen wurden. Danach trotzte man Mainz 05 auswärts ein 0:0 ab und gewann auch das zweite Heimspiel der Saison (2:0 gegen den Hamburger SV). Beide Heimspiele waren übrigens ausverkauft, die Stimmung laut vielen Stadionbesuchern allerdings schlecht, während Funktionäre wie Kind und Spieler wie Zieler („Ich empfand die Stimmung gegen Schalke und Hamburg auf den Rängen als positiv, harmonisch und friedlich“) die Tristesse mindestens anders bewerteten, wenn nicht gar schön redeten. Harmonisch war es jedenfalls nicht wirklich, da Anhänger und Gegner der Person Kind sich immer noch gereizt gegenüber standen.

Herz der Nordkurve im neuen Look

Das 2.Auswärtsspiel der Serie führte 96 ins nahe Paderborn. Durch die kurze Distanz in die Domstadt und die kleine Kapazität des Stadions, wurde hier mal das komplette Kontingent an Gästekarten in Hannover abgesetzt. Der etwas andere Edel-Fanclub „Rote Reihe“ organisierte (zusammen mit den 96-Fans Calenberg und dem 96-Kollektiv der Businessplattform XING) sogar einen Sonderzug für schlanke 116€ (inklusive 55€-Sitzplatzkarte), was die dem Club nahestehende HAZ mit einer 72 Bilder starken Galerie und Artikeln exzessiv würdigte. Ich überlegte auch kurz an die Pader zu düsen (natürlich preiswert mit S-Bahn + Stehplatzkarte), aber vorm Fernseher mit Freunden hocken setzte sich dann doch durch. Der Aufsteiger, gecoacht von Ex-96er André Breitenreiter, war wie die Roten punktemäßig stark in die Saison gestartet und zeigte sich auch heute von seiner guten Seite. Für die endgültige Entscheidung sorgte ausgerechnet ein weiterer Ex-96er. Moritz Stoppelkamp, der in der Nachspielzeit aus 82,3 Metern das Tor zum 2:0 erzielte! Für ihn eine Genugtuung, schließlich war sein Standing in Hannover nicht das Beste und auch heute soll er hörbar von einigen 96-Fans derbe beleidigt worden sein. Überhaupt war (für nahe Auswärtsspiele leider schon immer üblich) viel niveauarmes Volk anwesend. Und ohne Ultras toben die Personen sich immer etwas mehr aus (siehe Bremen im Frühjahr 2013). Ist halt die Dualität der Ultras. Auf der einen Seite potentielle Störer der (Stadion)Ordnung, auf anderen Seite eine gewisse Ordnungsmacht innerhalb der eigenen Reihen gegen ganz stumpfe Auswüchse.

Hannover 96 hatte die Niederlage schon Mittwoch wieder verdaut und verteidigte gegen einen spätestens in der 2.Halbzeit drückend überlegenen 1.FC Köln ein frühes 1:0 von Joselu (6.Min) bis zum Schluss. Man war nun Dritter nach 5 Spielen. Ein guter Start und saisonübergreifend eine Wahnsinnsbilanz aus den letzten 10 Bundesligaspielen. Martin Kind ließ sich überall für seine Entscheidung für Trainer Korkut auf die Schulter klopfen und in Sachen Stimmungsdefizit war man guter Dinge, dass sportlicher Erfolg helfen wird das Vakuum zu schließen.

Derby im Zonenrandgebiet

Derweil ging es für den harten Kern der Fanszene in dieser englischen Woche bereits am Dienstag nach BS. Die 1.Mannschaft des Rivalen spielte parallel auswärts bei St.Pauli, aber mit zahlreichen Heimfans war dennoch zu rechnen. Der konspirativ angereiste Großteil der UH kam erst spät ins Stadion und verpasste einen frühen Angriffsversuch der BSler Richtung Gästekurve, den die Polizei auf dem Spielfeld unterband. Danach hatte König Fußball alle Aufmerksamkeit und unsere jungen Roten, nach gutem Start Dritter (4 Siege, 2 Remis, 2 Niederlagen), fegten den Erzrivalen mit 4:1 vom Platz. Es war ein denkwürdiger Abend in BS und die Mannschaft feierte innig mit ihren Fans nach Abpfiff. Inklusive „Skandal-Humba“ von 96-Spieler Tobias Fölster.

Derbysieger

In der 1.Bundesliga musste Hannover 96 nun am kommenden Wochenende nach Stuttgart reisen. Es war nur eine kleine Schar Fans mitgereist. Sie sahen eine unterlegene Gastmannschaft, die aber bis zur 69.Minute das 0:0 halten konnte. Dann sicherte sich der VfB mit dem einzigen Tor des Tages den verdienten Sieg. Auch die Woche darauf musste 96 auswärts ran. Bei Bayern München war ebenso nichts zu holen (0:4). Danach wurden die Roten daheim von Borussia Mönchengladbach geschlagen (0:3) und durften sich zunächst im Tabellenmittelfeld einordnen. Die Stimmung war bei der klaren Niederlage natürlich noch gruseliger als eh schon. Derweil gab es immer wieder Einzelpersonen, die die Stimmung verbessern wollten und sogleich in den Lokalmedien ein Forum bekamen. Auf der anderen Seite gab es über die Ultras surreale Berichterstattung, dass besorgte Eltern in Ricklingen an Spieltagen ihre Kinder nicht mehr draußen spielen lassen wollen.

Mitgereiste 96-Fans in Stuttgart

Die kommende Auswärtsaufgabe für die Korkut-Elf bildeten die Fehlstarter vom BVB. Die hatten sich mächtig etwas vorgenommen und ballerten bestimmt 20mal auf den Kasten von Ron-Robert Zieler, aber es wollte einfach kein Ball in die Maschen gehen. Kiyotake stellte nun in der 62.Minute mit einem Freistoßtor den Spielverlauf völlig auf den Kopf und die psychologisch angeknacksten Dortmunder fanden keine Antwort mehr. Drei überraschende Punkte für 96, deren Glanz schon am nächsten Dienstag verblasst war. Dort schieden die Roten sang- und klanglos beim 2.Liga-Abstiegskandidaten VfR Aalen aus dem DFB-Pokal aus (0:2). Und auch beim nächsten Bundesligaspiel konnte die Elf nicht überzeugen. Doch durch ein Eigentor in der 88.Minute, hieß der Sieger im Niedersachsenstadion dennoch Hannover 96 und nicht Eintracht Frankfurt.

Ausgerechnet auswärts gab es jetzt endlich mal wieder völlig verdiente 3 Punkte zu bejubeln. Gegen Hertha war es allen voran Hiroshi Kiyotake (ein Tor und ein Assist), der die Roten zum Sieg und auf Platz 4 führte. 19 Punkte nach 11 Spielen und diese gute Platzierung täuschten ein wenig über die wahre Qualität der Mannschaft hinweg, deren Grenzen Bayer Leverkusen (1:3), Hoffenheim (3:4) und Wolfsburg (1:3) wieder aufzeigten. Stindl, Zieler, Kiyotake und phasenweise Joselu hießen die Garanten für die gesammelten Punkte. Der Rest der Mannschaft fiel oft deutlich ab und war zu abhängig von den genialen Momenten der Ausnahmekönner.

Gästeblock in Freiburg

Das Jahr klang aus mit einen spektakulären 3:3 in Bremen, einem Arbeitssieg gegen den FC Augsburg (2:0, mit einer überragenden Leistung des begnadigten Salif Sané) und einer weiteren Punkteteilung beim Tabellenletzten SC Freiburg. Das Thema Stimmung blieb natürlich akut. Die Diskussionen dazu in den Fanforen waren endlos und im Niedersachsenstadion war es still außerhalb des Gästeblocks, bis mal wieder „Kind muss weg“ angestimmt wurde und Kinds Befürworter mit einem Pfeifkonzert antworteten. Gegen Augsburg war ich selbst mal (geschäftlich) vor Ort, aber es war sehr schwer Geschäftspartner für das sonst so begehrte Incentive Hannover 96 zu motivieren (und das nicht nur im Winter unter der Woche, was natürlich bei dem FCA-Spiel erschwerend hinzu kam). Ich kann mir gut vorstellen, dass so mancher Businesspartner gemurrt hat über die miese Stadionatmosphäre bei der Premiumplattform Hannover 96. Und der Kritik von zahlungskräftigen Menschen traue ich noch am ehesten zu bei Kind auf Gehör zu stoßen. Vielleicht wurden deshalb die Parlamentäre im Winter zu den Ultras ausgesendet. Ein deutlicher Rückgang der Dauerkartenverkäufe und vor allem ausbleibende Verlängerungen von Businesspaketen waren eine realistische Prognose zur neuen Saison. Vielleicht wurde jetzt für Kind der Faktor Stimmung doch ansatzweise quantitativ bewertbar.

Und auch im sportlichen Bereich sollten im Winter Baustellen angegangen werden. Zum Beispiel einen flexibleren und talentierteren Mittelfeldspieler als Ceyhan Gülselam oder Manuel Schmiedebach zu finden. Doch Pierre-Emile Hojbjerg ging lieber von München ins nahe Augsburg. Naja, die dringlichste Position war eh die des Rechtsverteidigers und dort wollte ein 19jähriges slowenisches Talent mit Champions League und Länderspielerfahrung anscheinend gern zu uns. Doch der Transfer von Petar Stojanovic platzte noch nach dem Medizincheck. Er blieb vorerst bei NK Maribor, die mutmaßlich nicht mit Hannovers Angebot zufrieden waren. Als dann dennoch eine kurzfristige Pressekonferenz anberaumt wurde, dachten alle, dass 96 endlich mal einen Plan B in der Tasche hatte. Doch zur Überraschung aller wurde Didier Ya Konan als Neuzugang vorgestellt. Für die Positionen, die er bekleiden kann, suchte 96 zwar eigentlich nicht, aber da er mangels Fitness sowieso erst zum Saisonende ein Thema für die Startelf sein wird, war das ja auch egal.

Stimmung!

Kurz vor Ende der Transferfrist wurde schließlich für die rechte Abwehrseite noch der 30jährige portugiesische Nationalspieler Joao Pereira verpflichtet. Zwar seit Sommer ohne Spielpraxis, aber ablösefrei und gelernter Rechtsverteidiger. Der Neue schaute erstmal zu beim unglücklichen 0:1 auf Schalke und beim schmeichelhaften 1:1 gegen Mainz. Debütieren tat er schließlich gegen den Hamburger SV, wo er sich bei der 1:2 Niederlage nach seiner Einwechslung zur Pause 45 Minuten schadlos hielt. Und während der Hamburger SV eine Woche später von den Bayern 8:0 zerlegt wurde, erwartete das kritische Publikum in Hannover einen Heimsieg gegen Aufsteiger Paderborn. Auch eine Facebook-Initiative namens „Pro Stimmung“ war vor dem Spiel frohen Mutes die zündende Idee für das Stimmungsproblem gehabt zu haben und brachte einen Flyer mit Stimmungsliedern und weiteren Anweisungen heraus (z.B. jedes „Kind muss weg“ mit 6x HSV zu übertönen und nach Toren unserer Roten „*Name des Torschützen* lebe hoch, hoch, hoch“ zu rufen). Am Ende hatte Paderborn die drei Punkte im Sack und die Stadionatmosphäre war weiterhin im Eimer.IMG_6467

Ketzer fingen langsam an von Abstiegskampf zu sprechen und die Punkteteilungen in Köln und gegen Stuttgart (je 1:1) waren Wasser auf ihre Mühlen. Gegen Stuttgart war immer noch nichts von der Facebook-Stimmungsoffensive zu spüren, stattdessen das übliche „Dufner raus“, „Kind muss weg“ und „Und schon wieder keine Stimmung Martin Kind…“. Jetzt war der Verein scheinbar endgültig aufgewacht und wandte sich mit einem offenen Brief an die Fans von Hannover 96. Mit „Wir haben verstanden“ wurde er eingeleitet und für ein paar Millisekunden hatte man Hoffnung, dass 96 hat wirklich verstanden hat. Dass die Verantwortlichen sich für die Fehler der Vergangenheit entschuldigen und für eine Versöhnung mit der aktiven Fanszene rund um die UH und viele andere Aktivposten, die verprellt wurden, werben. Aber das Gegenteil war der Fall. Stattdessen „Es sollte nicht mehr um Versäumnisse der Vergangenheit gehen“, „Wir sind sicher,[…], dass sich neue Gruppen finden werden, die andere Fans in der HDI Arena mitreißen“ und „für diese Anhänger werden wir werben und werden diese unterstützen. Hand drauf!“ (den ganzen Brief gibt es hier). Bis auf die Medienerzeugnisse von 96-Gesellschafter Madsack (wie die HAZ) kam selbst niemand, der Kind gegenüber neutral bis wohlwollend eingestellt ist, auf die Idee diesen Brief positiv zu bewerten. Es war ja nicht nur der Inhalt eine Katastrophe, auch handwerklich war dieser Brief so unfassbar schlecht! Ihn in Gänze nochmal zu filetieren würde jetzt zuviel Platz rauben, aber ich verlinke gerne die wunderbare Replik von Klaas Reese: KLICK

Die Stimmung wird präsentiert von Kind Hörgeräte

Das Spiel gegen Bayern München, vor dem dieses kommunikative Fiasko veröffentlicht wurde, ging erwartungsgemäß mit 1:3 verloren und am folgenden Wochenende setzte es die nächste Niederlage (0:2 in Mönchengladbach). Gegen den BVB wollte die Korkut-Elf nun unbedingt den ersten 3er im Jahr 2015 einfahren, aber eine überraschend gute Leistung reichte am Ende dennoch nicht (2:3). Joselu enttäuschte bisher in der Rückrunde komplett, Kiyotake kam auf außen nicht so zur Geltung wie im Zentrum, der neue Rechtsverteidiger Pereira fiel so richtig erst durch einen Platzverweis auf (kam insgesamt nur auf fünf Spiele) und die breite Masse des Kaders wirkte an vielen Tagen nur bedingt bundesligatauglich. Von Abstiegskampf wollte Korkut aber nicht reden, obwohl die Mannschaft gerade in den Fängen einer gefährlichen Abwärtsspirale schien.

Gästeblock in FFM

Am 4.April in Frankfurt war Didi Ya Konan erstmals reif für die Startelf und avancierte zum Matchwinner. Zunächst setzten zwar Madlung und Aigner die Zeichen auf Sieg für die Hessen, doch 96 kam nochmal zurück. Marcelo verkürzte glücklich mit dem Hintern in der 69.Minute auf 2:1 und Ya Konan glich mit einem herrlichen Schlenzer kurz vor Schluss aus. Ein Wendepunkt war dieser moralisch wichtige Punktgewinn indes nicht. Am fast schon traditionellen Freitagstermin musste 96 sich gegen Hertha BSC auch mit nur einem Punkt zufrieden geben (1:1) und am Ende des Spieltags war das Polster auf den Relegationsplatz auf zwei Punkte zusammengeschmolzen (auf einen direkten Abstiegsplatz waren es drei Zähler).

Ein 0:4 in Leverkusen ließ Kinds jüngst postulierte Jobgarantie für Korkut branchentypisch obsolet werden. Nun musste ein echter Feuerwehrmann her, der bereit für eine 5-Spiele-Mission war. Ein Mann, der nahezu überall kurzfristig Erfolg hatte. Natürlich denkt man da sofort an Peter Neururer und auch 96 hatte den zur Zeit mal wieder joblosen Trainer auf der Liste. Verhandlungen mit Peter Neururer funktionieren selbstverständlich nicht vertraulich und der bereits zweimalige 96-Cheftrainer sonnte sich in der medialen Aufmerksamkeit. Auch ich war verzweifelt genug, um mich mit Peterles Amtszeit Nr.3 anzufreunden, allerdings nur wenn die völlige Unmöglichkeit einer Weiterbeschäftigung über das Saisonende hinaus vertraglich und unwiderruflich fixiert worden wäre. Doch die Gedanken über Neururers Rückkehr, mussten nicht weiter verfolgt werden, denn 96 und Deutschlands berühmtester Porschefahrer kamen bei den Verhandlungen nicht zusammen. Stattdessen zauberten Kind, Dufner und der Rest der Task Force Michael Frontzeck aus dem Hut.

96, Drinks & Rock’n’Roll

Diesen Trainer hatte wirklich keiner auf dem Schirm. Er war seit November 2013 ohne Anstellung, hatte keinerlei Retter-Erfahrung, aber war schon gefühlt zwei-, dreimal abgestiegen. Statistisch (Punkteschnitt) war er tatsächlich der schlechteste Trainer von allen die langfristig (100 Spiele und mehr) in der Bundesliga tätig waren. Viel zu verlieren hatte er also nicht, aber viel zu gewinnen. Schafft er den Klassenerhalt ist er ein gefeierter Mann und endlich wieder im Blickfeld der potentiellen Arbeitgeber. Eventuell ergibt sich sogar in Hannover eine Perspektive, wenngleich der Vertrag nur bis zum Saisonende galt und beide Parteien kategorisch nicht über die Zeit danach spekulieren wollten.

Und auch eine weitere Personalie konnte nach langen Verhandlungen erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Die UH kehrte zum kommenden Spiel zurück ins Niedersachsenstadion. Wer jüngst den ziemlich positiven Artikel zu den Ultras bei den Amateuren in der Neuen Presse gelesen hat, könnte als Anhänger von Verschwörungstheorien etwas geahnt haben. Das Sprachrohr der besorgten Mütter von Ricklingen, die seit Jahren auf Linie von Tennisfreund Martin Kind befindliche, die den Aufstand der Anständigen (gegen die Ultras) fordernde Neue Presse, schreibt nicht ohne Grund positiv über die sonstigen „Feinde des Fußballs“. Da gab es bestimmt eine Anweisung von ganz oben. Schließlich ist NP-Verleger Madsack selbst 96-Gesellschafter. Verschwörungstheorie Ende. Auf jeden Fall dachte man als Außenstehender nach dem völlig misslungenen offenen Brief von 96 vor ein paar Wochen, dass das Tischtuch endgültig zerschnitten ist. Doch spätestens nach dem Brief und seinem verheerenden Echo, scheint ein Umdenken bei 96 stattgefunden zu haben. Es gab nun mehr oder weniger weitreichende Zugeständnisse für die UH und das Eingeständnis von Fehlern seitens der KGaA, was einige wohlwollend als die überfällige Entschuldigung für Rechtsmissbrauch und andere Missetaten der KGaA werteten (na ja…). Stellungnahmen der Konfliktparteien zum größten diplomatischen Coup seit Götz von Frombergs Friedenspressekonferenz von Hell Angels und Bandidos sind hier dokumentiert: KLICK

Marsch von der Beeke zum NDS

Gegen Hoffenheim, pünktlich zu Frontzecks Premiere, kehrten die Ultras nun heim ins Niedersachsenstadion. Zuvor spielte mittags die liebgewonnene 2.Mannschaft (gegen den TSV Havelse) und der Marsch vom Beeke- zum Niedersachsenstadion war ein kleiner Triumphzug. Auch im Stadion gab es einen warmen Empfang für den Stimmungsmotor der Kurve. Viele werden die Ultras sowieso aufrichtig vermisst haben und dazu hat manch ein Kritiker vielleicht in den letzten Monaten gemerkt, dass ihm bei Erfüllung von „Ultras raus“ doch etwas fehlt. Die ersten 10 Minuten gab die Kurve auch geschlossen Gas, aber nach und nach blieb die Last des Supportes auf den Schultern der Blöcke N16/17 und N4/5 hängen. Business as usual. Ich persönlich war noch bei meinem Eingangsstatement verharrt; es gibt kein richtiges (Fan)Leben im Falschen. Und es hätte sich für mich irgendwie falsch angefühlt wieder zu supporten. Auf Knopfdruck kann ich das jedenfalls nicht. Wohl dem, der seine Leidenschaft die letzten Monate konservieren konnte. Meine war immer noch auf Sparflamme, aber ich hatte kein Problem damit die Annäherung von Ultras und KGaA zu begrüßen und mich an der verbesserten Stimmung im Niedersachsenstadion zu erfreuen.

Die neue alte Stimmung vermochte leider nicht Begleitmusik des ersten 96-Sieges im Jahre 2015 zu werden (1:2), aber die Mannschaft trat besser auf als zuletzt und hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt. Jenen Punkt holte man nun die Woche darauf in Wolfsburg. Nach 0:2 zur Pause kämpfte sich die Mannschaft eindrucksvoll zurück. Jimmy Briand zeigte, dass er Mittelstürmer Joselu vorzuziehen ist und Sané besorgte den Ausgleich mit einem Fallrückziehertor. Blöderweise landete man nun nach einer sehr ansprechenden Leistung mit toller Moral erstmals auf einem Abstiegsplatz. Frontzeck schien an ein paar richtigen Schrauben gedreht zu haben, aber mehr als den Bundesligaabstieg abwickeln zu dürfen, war ihm wohl nicht vergönnt. Denn auch im kommenden Heimspiel, der für den harten Kern wieder ein Amateure-Profi-Doppelspieltag war, sprang nicht mehr als ein Remis heraus (1:1 gegen Werder). Schade, hatte er doch mit einem brillianten Stindl auf Außen, Briand als Mittelstürmer und Kiyotake im Zentrum eine wirksame Rochade vollzogen, die der gemeine Fan auch schon wochenlang von Korkut gefordert hatte. Manchmal haben sogar die Stammtisch-Trainer recht.

WOB away

Am vorletzten Spieltag mussten die Roten zum Schicksalsspiel nach Augsburg reisen. Es spielte der Sechzehnte beim Fünften (der seinen Europapokalplatz auch noch nicht sicher hatte). Wie schon in Wolfsburg musste der Gästebereich ohne die Präsenz der Ultras Hannover auskommen. Klar, ihr Gesang „Von jetzt bis alle Zeiten, Abriss bei der Zweiten“ gehört auf die gleiche Goldwaage wie „Alle Braunschweiger töten“, aber sie wollten immerhin nicht von heute auf morgen die Segel streichen und bei Terminüberschneidungen wie an diesem Spieltag (96 II empfing heute Norderstedt) den Amateuren die Treue halten. Es blieb nun denen vorbehalten, die schon die ganze Saison über da waren, aber bis vor kurzem die Spiele nur passiv verfolgt hatten (z.B. das eingangs erwähnte Komplott Hannovera), für die lautstarke Unterstützung der Mannschaft zu sorgen. Gemeinsam mit willfährigen Helfern ist dies gelungen und jeder, der nicht da war, dürfte sich ärgern dieses emotionale Spiel verpasst zu haben. Augsburg machte erwartungsgemäß das Spiel, aber Hannover lauerte auf Konter und die waren heute brandgefährlich. In der 24.Minute legt Briand legt per Hacke ein Kiyotake-Zuspiel im Strafraum ab und Stindl schiebt aus 12 Metern ein. Doch schon sechs Minuten später erhält Augsburg zurecht einen Strafstoß und es steht 1:1. Damit ging es auch verdientermaßen in die Pause.

In der 54.Minute legt Briand abermals auf Stindl ab, der 96 erneut zur Führung schießen kann. Danach ging es sehr turbulent weiter. Ein klares Handspiel im Strafraum von Sakai (der auch schon den ersten Strafstoß verursacht hatte) wurde vom Schiedsrichter zum Glück nicht gesehen. Dafür wurde Sakai in der 78.Minute mit Gelb-Rot nach wiederholtem Foulspiel vom Platz gestellt. Nun begann nochmal ein Powerplay des FCA, aber die Abwehr von 96 hielt den wütenden Angriffen stand. Als der vierte Offizielle fünf Minuten Nachspielzeit anzeigte, stöhnte nochmals jeder 96-Fan auf, doch Augsburg dezimierte sich nun selbst anstatt den Ausgleich zu erzielen (Gelb-Rot für Verhaegh, glatt Rot für Bobadilla). In den letzten Sekunden der Partie kam zwar nochmal Augsburgs Baba im 96-Strafraum zu Fall, aber der Unparteiische zeigte nicht zum Punkt, sondern pfiff um 17:23 Uhr endlich ab. Drei glückliche, aber ganz wichtige Punkte. Denn nun stand 96 über dem Strich und hatte es am letzten Spieltag gegen den SC Feiburg selbst in der Hand. Der Gästeblock in Augsburgs Arena tobte und die Mannschaft genoss sichtlich das lange vermisste Feiern mit den Fans.

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Abschiedsshow bei den Amateuren

Der letzte Spieltag wurde nun mit der Abschiedsgala für die Amateure eingeleitet. Sie mussten am Freitagabend nach Havelse ausweichen (der Rasen im Niedersachsenstadion sollte natürlich für das Endspiel gegen Freiburg geschont werden) und empfingen dort den VfB Oldenburg. Dank kurioser Spielplangestaltung war der erste Saisongegner auch der Letzte. So schließt sich der Kreis. Leider gab es nicht den ersehnten Sieg zum Abschluss (1:2), aber die Stimmung war nochmals 90 Minuten formidabel. Und nach dem Schlusspfiff bekamen die jungen Erwachsenen auf dem Rasen ein Abschiedsfeuerwerk von den vorwiegend jungen Erwachsenen auf den Rängen. „Gemeinsam gefightet, gemeinsam gebrannt – Eine Saison Abriss der bei Zweiten“ war dazu auf ganzer Tribünenlänge in großen Lettern zu lesen.

Nächste Saison wird die 2.Mannschaft sicher wieder deutlich weniger von der Fanszene unterstützt werden. Es war halt nur eine Ehe auf Zeit. Im Prinzip ja von beiden Seiten, denn auch das Team wird, wie bei Nachwuchsmannschaften so üblich, ein völlig anderes Gesicht haben. Neben vielen Spielern, muss vor allem leider auch Trainer Sören Osterland gehen. Vor zwei Jahren war der top benotete Fußballlehrer der richtige Mann für 96. Nun, zwei Jahre älter und erfahrener, ist Osterland laut 96 offiziell zu jung für den Posten. Stattdessen übernimmt der 61jährige Michael Krüger das Amt zur kommenden Saison, für den wiederum Nachwuchstrainer, nach vielen Stationen als Co- und Cheftrainer im Herrenbereich (auch international), eine neue Erfahrung ist.

frei
Letzter Spieltag gegen den SC Freiburg

Doch zurück zur 1.Mannschaft von Hannover 96. Der 23.Mai 2015 war der Tag des Endspiels um den Klassenerhalt. Ein gutes Omen, denn am 23.Mai 1954 wurde Hannover 96 zum zweiten Mal Deutscher Fußballmeister und am 23.Mai 1992 gewannen unsere Roten sensationell als erster Zweitligist den DFB-Pokal. Da ich 96 ehrlich gesagt nicht die Favoritenrolle zuschreiben wollte, war ein bißchen Aberglaube ganz gut für den Optimismus heute. Ein frühes Tor von Kiyotake (mit dem Köpfchen in der 3.Minute) ließ uns im alten Wohnzimmer Niedersachsenstadion jubeln und es fühlte sich fast so gut wie früher an. Bis zur Pause ließ 96 wenig bis gar nichts zu, hatte aber auch wenig gute Gelegenheiten das wichtige 2:0 zu erzielen. Es sollte also weiter sehr spannend bleiben.

Freiburg kam dann etwas besser aus der Kabine und das große Zittern blieb. Dabei waren natürlich auch die Zwischenstände von den anderen Plätzen interessant und bei einem Remis drohte der direkte Abstieg. Zum Glück behinderten sich Torwart Bürki und Verteidiger Krmas in der 79.Minute auf der Freiburger Torlinie und von letzterem sprang der Ball ins Tor. Aufatmen bei uns, zwei Tore wird man schon ’ne Viertelstunde halten können mit lautstarker Unterstützung im Rücken. Und mit ordentlich Einsatz wurde tatsächlich so gut wie nichts mehr zugelassen beim Freiburger Schlußspurt. Petersen Anschlußtreffer in der Nachspielzeit war dann nur noch Ergebniskosmetik. Klassenerhalt geschafft! Aber es wird wohl kaum überraschen, dass das emotional kein Bochum 2.0 für mich war. Ich freute mich mit meinen Freunden über den Klassenerhalt, aber groß in Feierstimmung war ich nicht und die Mannschaft hatte nach der schwachen Saisonleistung meines Erachtens auch nicht verdient wie Helden gefeiert zu werden.

Back home

Für 2015/16 malte ich schon jetzt ganz schwarz. Martin Kind muss weg, aber da uns den Gefallen nicht tut, muss man einfach hoffen, dass er endlich mal wieder durch Zufall die richtigen Personalentscheidungen trifft. An durchdachte Konzepte glaube ich bei 96 unter Kind nicht mehr, auch wenn seine Medienfreunde in Hannover ihn immer noch als den visionären Unternehmergott darstellen. Möge er nun wenigstens Dufner die Papiere geben, denn da kann es eigentlich keinen schlimmeren Sportdirektor auf dem Markt geben. Und möge er einen absoluten Glückstreffer beim neuen Trainer landen. Ansonsten kann Dieter Schatzschneider schon mal die Routen nach Sandhausen und Heidenheim ins Navi von Kinds Limousine einspeichern.

37 Punkte / Platz 13 / 2 Punkte auf Platz 16 / 9 Punkte auf Platz 7 / 40:56 Tore / Meiste Auflaufprämien kassiert: Ron-Robert Zieler und Marcelo (je 34x) / Meiste Torprämien kassiert: Lars Stindl (10x) / Zuschauerschnitt: 43.882

Moin: Kenan Karaman (TSG Hoffenheim), Stefan Thesker (TSG Hoffenheim), Maurice Hirsch (TSG Hoffenheim), Joselu (Eintracht Frankfurt), Hiroshi Kiyotake (1.FC Nürnberg), Miiko Albornoz (Malmö FF), Marius Stankevicius (Gaziantepspor), Ceyhun Gülselam (Galatasaray), Jimmy Briand (Olympique Lyon), Robert Almer (Energie Cottbus), Joao Pereira (FC Valencia), Didier Ya Konan (Ittihad).

Tschüss: Steven Cherundolo (Laufbahn beendet), Didier Ya Konan (Ittihad), Szabolcs Huszti (CC Yatai), Sebastien Pocognoli (West Brom), Mame Diouf (Stoke City), Frantisek Rajtoral (Viktoria Pilsen), Artjom Rudnevs (Hamburger SV), Markus Miller (Laufbahn beendet), Christian Pander (Laufbahn beendet), Stefan Thesker (Greuther Fürth).

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